Was kannst du kontrollieren und was nicht?

Jeder wünscht sich er könnte seine Angst kontrollieren, aber das ist eine Falle. Jedes Angstproblem hat mehrere verschiedene Teile. Es gibt Teile, die du kontrollieren kannst und es gibt Teile, die du nicht kontrollieren kannst. Dazu ist es ist wichtig zu verstehen was, was ist, damit du deine Zeit nicht damit verschwendest etwas zu ändern was du nicht ändern kannst.

Es gibt 3 Teile bei einem Angstproblem: ängstliche Gedanken, die Emotion der Angst selbst und ängstliches Verhalten. Lass uns jeden von ihnen durchgehen und dann was wir gegen sie tun können.

Ängstliche Gedanken

Ängstliche Gedanken sind die Sätze, Botschaften und Bilder, die dir durch den Kopf gehen wenn du ängstlich bist. Sie sind der “innere Monolog”, der immer in deinem Kopf abläuft. Der Verstand sagt immer etwas; er hält nie den Mund, auch wenn es nicht immer um Angst geht. Diese automatischen Gedanken “tauchen” einfach in deinem Kopf auf; du musst nichts tun, um sie geschehen zu lassen, sie geschehen einfach.

Weil dies ein automatischer, passiver Prozess deinerseits ist, ist es NICHT etwas über das du die Kontrolle hast. Niemand kann kontrollieren welche Gedanken in seinem Kopf auftauchen. Wenn ich dir sage “denk nicht an einen rosa Elefanten”, woran wirst du dann denken? An einen rosa Elefanten. Du kannst nichts dagegen tun, niemand kann das.

Die Gedanken reagieren nicht auf die Bemühungen sie zu kontrollieren. Wenn du versuchst keinen Gedanken zu denken wird das alles sein, woran du denken kannst. Das ist kein Problem, das du allein hast, so funktionieren Gedanken einfach in all unseren Köpfen. Du kannst deine automatischen Gedanken nicht kontrollieren.

Das Gefühl der Angst

Hier meinen wir das Gefühl der Angst selbst, die Gefühle, die du hast wenn du ängstlich bist. Die spezifischen körperlichen Gefühle der Angst sind von Person zu Person verschieden, aber typischerweise beinhalten sie ein Engegefühl oder Schmerzen in der Brust, ein Schwindelgefühl im Kopf, Muskelverspannungen, erhöhte Herzfrequenz und Kurzatmigkeit.

Wahrscheinlich empfindest du diese Gefühle als unangenehm oder sogar schmerzhaft und möchtest verständlicherweise, dass sie verschwinden. Du möchtest deine Angst kontrollieren. Aber ist das möglich?

Was sagt dir deine Erfahrung was passiert wenn du versuchst dich zu beruhigen? Wahrscheinlich, dass wenn du versuchst dich zu beruhigen die Angst tatsächlich schlimmer wird.

Wie ängstliche Gedanken reagiert das Gefühl der Angst nicht auf die Bemühungen sie zu kontrollieren. Je mehr du versuchst deine Angst abzubauen, desto schlimmer wird es. Wir können hier noch ein kleines Gedankenexperiment machen, um dies zu beweisen:

Nehmen wir an ich schließe dich an eine Maschine an, die deine Angst fühlt und mir sagen wird wie ängstlich du dich in jedem Moment fühlst. Wenn ich dann zu dir sage: “Fühl dich nicht ängstlich”, was glaubst du wie du dich dann fühlen wirst? Wahrscheinlich wird es eine gewisse Unruhe geben. Aber sagen wir, dass ich dann den Einsatz erhöhe. Nehmen wir an ich richte eine Waffe auf dein Bein und sage: “Okay keine Angst, aber wenn du Angst hast und ich es auf dieser Maschine sehe schieße ich dir ins Bein”. Wie wirst du dich jetzt fühlen? Noch ängstlicher. Die Angst wird noch schlimmer sein, weil du jetzt Druck auf dich ausübst damit du dich nicht ängstlich fühlst.

Die Angst reagiert nicht nur nicht, wenn du versuchst sie zu kontrollieren; je mehr Druck du auf dich selbst ausübst, um dich nicht ängstlich zu fühlen, desto schlimmer wird es. Angst ist nicht etwas über das du die Kontrolle hast.

Wenn die Menschen die Angst kontrollieren könnten, würdest du diesen Artikel nicht lesen. Wir würden uns einfach alle dafür entscheiden uns nicht ängstlich zu fühlen, wenn wir es nicht wollen und das wäre es dann. Aber Angst funktioniert nicht auf diese Weise, sie ist nicht etwas das wir kontrollieren können.

Ängstliche Verhaltensweisen

Das letzte Teil des Puzzles ist das Verhalten: unsere Handlungen, was wir tun. Wenn du ängstlich bist verhältst du dich wahrscheinlich so, dass du Auslöser für deine Angst vermeiden kannst (z.B. soziale Funktionen vermeiden, wenn du Angst davor hast was andere Leute von dir denken werden).

Bei den Verhaltensweisen ist es ziemlich offensichtlich: Wir haben Kontrolle über unser Verhalten. Das Verhalten ist die einzige Sache im Leben, über die wir tatsächlich Kontrolle haben. Selbst wenn du Angst davor hast auf eine Party zu gehen, kontrollierst du doch ob du auf die Party gehst oder nicht.

Was zu tun ist

So hast du Kontrolle über dein ängstliches Verhalten, aber nicht über deine ängstlichen Gedanken oder das Gefühl der Angst selbst. Ich vermute jedoch dass du, wenn du mit deiner Angst kämpfst und diesen Artikel liest, wahrscheinlich ziemlich viel Zeit damit verbringst deine ängstlichen Gedanken und Gefühle zu kontrollieren.

Die Sache, die du stattdessen tun solltest, ist, dich in Akzeptanz zu üben: Erlaube den ängstlichen Gedanken genau so da zu sein wie sie sind; gib den Versuch auf sie zu kontrollieren (denn sie werden so oder so da sein, du kannst sie nicht kontrollieren).

Konzentriere dich stattdessen darauf dein ängstliches Verhalten zu ändern. Wenn du ängstlich bist auf eine Party zu gehen, geh auf die Party. Das ist die Grundlage dessen was auf lange Sicht ohnehin funktioniert, um die Angst besser zu machen, nämlich sich deinen Ängsten zu stellen.

Die meisten Menschen denken wenn sie nur ihre negativen Gedanken ändern könnten, um positiver zu sein, könnten sie sich besser fühlen und dann könnten sie die Dinge tun, von denen sie denken dass die Angst sie davon abhält.

Mit anderen Worten denken sie die Reihenfolge der Veränderung folgend: Zuerst ändern sich die Gedanken, dann die Emotionen und dann das Verhalten. Aber unglücklicherweise, weil sie ängstliche Gedanken oder ängstliche Gefühle nicht kontrollieren können, bleiben sie bei den ersten beiden Schritten stecken und kommen nie wirklich dazu die Dinge zu tun, von denen sie glauben, dass sie sie tun würden.

In Wirklichkeit ist die Reihenfolge der Veränderung genau umgekehrt:

Zuerst muss sich das Verhalten ändern, und wenn du das tust, ändern sich die Emotionen und die Gedanken auf lange Sicht.

Wenn du einfach die Dinge tust, von denen du denkst, dass du sie nicht tun kannst, weil du Angst hast, lernt dein Gehirn schließlich, dass diese Dinge nicht gefährlich sind und die Angstgefühle nehmen mit der Zeit natürlich ab. Aber das passiert nur, wenn du zuerst verschiedene Aktionen ergreifst.

Anstatt also deinen Kopf gegen die Wand zu schlagen und zu versuchen, etwas zu ändern, das du nicht kontrollieren kannst, versuche die Dinge zu tun, von denen du dir wünschst, dass du sie jetzt tun könntest und schau was passiert.

Indem du dich deinen Ängsten stellst und andere Maßnahmen ergreifst, wird sich dein Leben öffnen, du wirst Freiheit erlangen und du wirst deine Zeit nicht mehr damit verschwenden Dinge zu ändern, über die du keine Kontrolle hast.