Ein Mann sitzt alleine auf einem Felsen.

Er lehnt sich nach vorne und hat den Rücken vorgebeugt. Sein Ellenbogen ruht auf seinem rechten Knie und seine Handfläche wölbt sich nach innen, um sein Kinn zu stützen. Sein Mund ist in die Fingerknöchel gepresst und seine Augen blicken nach unten.

Er ist sichtlich in Gedanken versunken.

Dies ist kein Mann, den ich hier beschreibe. Das ist der Denker, die ikonische Skulptur des französischen Künstlers Auguste Rodin. Es ist eine 1,80 m hohe Statue, die 1904 gegossen wurde und in den Gärten des Rodin-Museums in Paris steht.

Ich male ein Bild des Bildhauers mit Worten, die eine Person beschreiben, denn, ganz ehrlich, der Denker ist ein Meisterwerk, das den physischen und mentalen Tribut, den die Last unseres übermäßigen Denkens uns auferlegt, so real darstellt.

Wann immer wir eine Veränderung in unserem Leben herbeiführen wollen — sei es die kühne Idee, ein Nebenprojekt zu starten, oder die einfache Überlegung eine Gitarre zu kaufen, um ein neues Musikinstrument zu erlernen, — beschäftigen wir uns mit Gedanken.

Manchmal geht uns dieser Gedanke einfach durch den Kopf, wie eine Wolke am Himmel. Manchmal verweilt er ein wenig länger und fangen an darüber zu grübeln. Ein anderes Mal sind wir so begeistert, dass wir beschließen ihn zu recherchieren und zu vertiefen, um herauszufinden wie einfach es wäre ihn umzusetzen. Und gelegentlich gehen wir auch aufs Ganze und setzen es in die Tat um.

Das sind die vier Stufen die wir durchlaufen, um die Veränderung zu schaffen, die wir in unserem Leben sehen wollen.

  1. Zuerst haben wir einen “Gedanken”.
  2. Dann grübeln wir.
  3. Drittens setzen wir die Idee in Bewegung.
  4. Und schließlich setzen wir sie in die Tat um

Die vier Stufen von Veränderung

Stell dir vor du würdest ein neues Nebenprojekt starten:

Du isst mit deiner Freundin zu Mittag und beschwerst dich bei ihr darüber, dass es heutzutage so schwer ist nachhaltige Yogakleidung zu finden, die nicht ein Vermögen kostet.

Sie nickt zustimmend und wendet sich dann an dich und sagt: “Warum gründest du nicht eine nachhaltige und erschwingliche Yogakleidungslinie? Du erwähnst mir gegenüber immer, dass du eines Tages dein eigenes Label gründen möchtest. Vielleicht ist jetzt ein guter Zeitpunkt dafür?”

Du magst die Idee.

(1.) Ein Gedanke wird ausgelöst.

Am nächsten Tag wachst du auf und gehst zur Arbeit.

Du sitzt an deinem Schreibtisch und nippst an deinem Morgenkaffee. Du läufst durch die Meetings, beantwortest einen Haufen E-Mails und beendest den Tag mit einer weiteren brillanten Online-Yogastunde (wir sind ja immer noch in Quarantäne).

Und genau da und dann trifft es dich wieder — “Warum gründe ich nicht meine eigene Marke?”

Du magst die Idee — das tust du wirklich.

(2.) Jetzt bist du in der zweiten Phase angekommen: Grübeln.

Das ist der Punkt an dem du anfängst, die Idee in deinem Kopf herumzuschleudern.

An diesem Punkt ist die Idee nur ein Gedanke mit dem du dich beschäftigst. Nicht weniger und nicht mehr. In dem Moment, in dem du den Laptop aufklappst und anfängst zu recherchieren, dich über Nachhaltigkeit zu informieren und mehr über das Yogamode-Business zu lernen, hast du gerade die Bewegungsphase betreten.

(3.) Das ist der Punkt, an dem die Dinge anfangen sich zu bewegen.

In diesem Stadium der Reise ist der Gedanke noch das, was er ist: ein Gedanke, eine Idee, eine Überlegung, die bewertet wird. Aber was wirklich Veränderung schafft, was den Status Quo verändert — was dich von dem was ist, zu dem was sein könnte bewegt — ist das Handeln.

(4.) Taten zu setzen.

Das ist wenn du das Geld investierst, um dein Geschäft zu starten. Das ist wenn du die Verträge unterschreibst. Das ist der Zeitpunkt an dem deine Website für jeden zugänglich ist.

In Ermangelung eines besseren Begriffs: Dann wird die Scheiße erst richtig losgehen.

Die Regel von Veränderung: Verbringe 80% deiner Zeit in Aktion

Lass uns also rekapitulieren.

Hier sind die vier Stufen, durch die Veränderung geschaffen wird:

Stufe 1: Gedanken. Tausende von Gedanken kreuzen deinen Kopf an einem bestimmten Tag. Gedanken erschaffen keine Veränderung, sie lösen sie aus.

Stufe 2: Grübeln. Sobald du deine Aufmerksamkeit auf einen bestimmten Gedanken richtest, hast du ihn ausgelöst. Du setzt dich mit ihm auseinander. Du führst ihm Energie zu. Immer noch keine Aktion, nur mehr fokussiertes Denken.

Stufe 3: Bewegung. Wenn du in Bewegung bist, liest du, lernst, planst, bereitest vor und entwickelst Strategien.

Phase 4: Aktion. Handeln ist wo die Magie passiert. Dies ist der Punkt an dem du ausführst. Hier beginnst du mit der physischen Praxis, Veränderungen zu schaffen.

Was genau ist der Unterschied zwischen Bewegung und Aktion?

Bewegung ist die Vorbereitungsphase.

Aktion ist die Übungsphase.

Die Bewegung erleichtert die Aktion, aber die Aktion ist das Verhalten, das dein gewünschtes Ergebnis liefert.

  • Das Planen der Artikel, die du in einer bestimmten Woche schreiben willst, ist Bewegung. Sich auf deinen Stuhl zu setzen, um diese Artikel zu schreiben, — das ist Aktion.
  • Sich über die besten Krafttrainingsübungen zu informieren, ist Bewegung. Für ein 30-minütiges Workout ins Fitnessstudio zu gehen — das ist Aktion.
  • Eine Liste mit zehn potenziellen Kunden zu erstellen, ist Bewegung. Den Hörer in die Hand zu nehmen und sie anzurufen — das ist Aktion.
  • Die Suche nach der besten Online-Sprachschule ist Bewegung. Sich für den Kurs anzumelden und zu erscheinen, Woche für Woche — das ist Aktion.

Bewegung ist die Liste der Aktivitäten, die dir das Gefühl gibt, dass du Dinge erledigst, während du in Wirklichkeit nur die Voraussetzungen dafür schaffst etwas zu tun. Du bereitest dich darauf vor etwas zu erledigen.

Aktion ist, wenn du diese Bewegung nutzt, um auf das Ziel hinzuarbeiten, das du erreichen möchtest.

Siehst du den Unterschied?

Zu oft verbringen wir unsere Zeit in der Phase der Bewegung.

  • Wir laden all die besten Schreib-Apps herunter, wir brainstormen die Ideen, über die wir schreiben wollen, wir erstellen einen Schreibplan — alles mit dem Ziel, unser Buch zu schreiben — aber wir setzen uns nie hin und schreiben. Wir sind in Bewegung, aber wir werden nicht aktiv.
  • Wir finden das beste Trainingsprogramm, wir kaufen uns neue Fitnesskleidung, wir schließen eine neue Mitgliedschaft im Fitnessstudio ab — alles mit dem Ziel, wieder in Form zu kommen — aber wir gehen nicht ins Fitnessstudio, um zu trainieren. Wir sind in Bewegung, aber wir handeln nicht.

Wenn du Veränderungen in deinem Leben schaffen willst, musst du dich an diese eine Regel erinnern:

Verbringe 80% deiner Zeit in Aktion und 20% deiner Zeit in Gedanken, Grübeln und Bewegung.

Der Denker war in Gedanken und Grübeln verloren.

Das ist der Grund, warum Auguste Rodin den Denker als eine Figur darstellt, die von der Zärtlichkeit seiner inneren Kämpfe des Denkens umklammert ist.

Wie er erklärt:

“Was meinen Denker zum Denken bringt, ist, dass er nicht nur mit seinem Gehirn denkt, mit seiner verstrickten Stirn, seinen geblähten Nasenlöchern und zusammengepressten Lippen, sondern mit jedem Muskel seiner Arme, seines Rückens und seiner Beine, mit seiner geballten Faust und seinen greifenden Zehen.”

Wenn wir unsere ganze Aufmerksamkeit den Gedanken, des Grübelns und der Bewegung schenken, widmen wir unsere ganze Energie dem, was wir tun wollen, und so bleibt uns nichts übrig, um das zu tun, was wir tun wollen. Wie der Denker konzentrieren wir uns auf die Absicht, vergessen aber zu handeln. Aber wie die Worte des Schriftstellers John Burroughs:

“Die kleinste Tat ist besser als die größte Absicht.”

Wenn es also darum geht die Veränderung zu erschaffen, die du in deinem Leben sehen möchtest, denke über diese Frage nach:

“Verbringe ich den Großteil meiner Zeit mit Intention (Gedanken, Kontemplation, Bewegung)? Oder investiere ich die meiste Zeit in Aktion?”

Erinnere dich: Dein Ziel ist es, 80% deiner Zeit in Aktion zu verbringen und 20% deiner Zeit in Gedanken, Grübeln und Bewegung.

Sei kein Denker. Sei ein Handelnder, der denkt.